Nano-CBD. Liposomales CBD. Fortschrittliche Technologie. Schnellere Aufnahme. Höhere Bioverfügbarkeit.
Wenn Sie online nach CBD-Kapseln oder CBD-Gummis suchen, begegnen Ihnen diese Begriffe immer häufiger. Das Versprechen ist klar: bessere Aufnahme bedeutet, dass Sie weniger benötigen – und es somit langfristig günstiger ist.
Doch stimmt das wirklich? Oder zahlen Sie vor allem für geschicktes Marketing?
In diesem Blog erklären wir, was Nano- und liposomales CBD genau sind, welche Theorie dahintersteckt und warum diese Formen für viele Menschen keine logische Wahl sind.
Was versteht man unter Nano-CBD und liposomalem CBD?
Nano-CBD bezeichnet CBD, das auf extrem kleine Partikel verkleinert wurde. Durch diese sogenannte „Nano-Emulsion“ soll der Körper den Wirkstoff schneller und effizienter aufnehmen.
Liposomales CBD arbeitet mit fettähnlichen Kügelchen – sogenannten Liposomen – die das CBD-Molekül schützen und besser durch den Körper transportieren sollen.
In der Theorie klingt das interessant. CBD ist fettlöslich, was bedeutet, dass es sich von Natur aus weniger gut in Wasser löst. Durch eine Veränderung der Struktur könnte sich die Aufnahme verbessern.
Doch Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Dinge.
Das Versprechen einer höheren Bioverfügbarkeit
Viele Hersteller von Nano- oder liposomalem CBD werben mit einer deutlich erhöhten Bioverfügbarkeit. Das bedeutet, dass ein größerer Anteil des eingenommenen CBD tatsächlich im Blutkreislauf ankommen soll.
Studien zeigen tatsächlich, dass die Art der Einnahme die Aufnahme beeinflusst (1). So kann die sublinguale Anwendung beispielsweise über CBD-Öl zu einer anderen Aufnahme führen als die orale Einnahme über Kapseln.
Aber:
Die Unterschiede zwischen klassischem Öl, Kapseln, Gummis und modernen Nano-Formeln sind in unabhängigen Studien weniger spektakulär, als es das Marketing vermuten lässt (2).
Außerdem spielen viele weitere Faktoren eine Rolle – nicht nur die Partikelgröße:
Ihr Stoffwechsel
Ihr Körperfettanteil
was Sie gegessen haben
Ihre Leberaktivität
die individuelle Empfindlichkeit Ihres Endocannabinoid-Systems
Eine „dreifach bessere Aufnahme“ auf dem Papier bedeutet nicht automatisch, dass Sie auch eine dreifach stärkere Wirkung verspüren.
Kapseln und Gummis: Wofür zahlen Sie eigentlich?
Wenn Nano- oder liposomales CBD in CBD-Kapseln oder CBD-Gummis verarbeitet wird, erfolgt die Aufnahme dennoch über das Verdauungssystem.
Das bedeutet, dass das CBD zunächst Magen und Leber passieren muss, bevor es in den Blutkreislauf gelangt. Dieser Prozess – der sogenannte First-Pass-Metabolismus – bleibt bestehen, unabhängig davon, ob es sich um Nano-CBD handelt oder nicht (3).
Mit anderen Worten: Das „technologische Upgrade“ verändert den grundlegenden Aufnahmeweg nicht vollständig.
Was sich jedoch häufig verändert, ist der Preis.
Nano- und liposomale Produkte sind in der Regel deutlich teurer pro Milligramm CBD. Sie zahlen für:
zusätzliche Produktionsschritte
patentierte Technologien
Marketingversprechen
eine Positionierung als „Premium“-Produkt
Nicht zwangsläufig für nachweislich bessere Ergebnisse.
Die Rolle von Marketing im CBD-Markt
Der CBD-Markt ist stark umkämpft. Hersteller suchen kontinuierlich nach Möglichkeiten, sich abzuheben. Begriffe wie Nano, liposomal oder wasserlöslich klingen innovativ und wissenschaftlich.
Das bedeutet nicht automatisch, dass diese Produkte schlecht sind. Aber es bedeutet auch nicht, dass sie zwingend besser sind.
Tatsächlich deuten einige Studien darauf hin, dass eine fettreiche Mahlzeit die Aufnahme von klassischem CBD-Öl deutlich erhöhen kann (4). Das ist eine einfache, natürliche Möglichkeit, die Bioverfügbarkeit zu beeinflussen – ohne für komplexe Technologie extra zu bezahlen.
Was ist für die meisten Menschen sinnvoll?
Für eine breite Zielgruppe gilt in der Regel:
Ein hochwertiger Vollspektrum-Extrakt
Transparente Laboranalysen
Eine konstante Dosierung
Eine Darreichungsform, die zu Ihrem Lebensstil passt
Kapseln und Gummis sind vor allem praktisch. Sie sind diskret, leicht mitzunehmen und einfach zu dosieren. Erwarten Sie jedoch keine Wunder von „Nano“, wenn das Produkt dennoch denselben Verdauungsweg durchläuft.
Wenn Sie maximale Kontrolle über Dosierung und Aufnahme wünschen, entscheiden sich viele Menschen für die sublinguale Anwendung mit Öl. Dabei wird ein Teil direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen.
Letztendlich geht es weniger um Hype und mehr um Qualität, Beständigkeit und persönliche Erfahrung.
Wie so oft bei natürlicher Unterstützung gilt: Einfachheit schlägt Komplexität.
„Die Stärke eines Produkts liegt nicht im Etikett, sondern in dem, was es tatsächlich für Ihren Körper bewirkt.“
Quellen
-
Millar SA et al. (2018). A systematic review on the pharmacokinetics of cannabidiol in humans. Frontiers in Pharmacology.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6275223/ -
Zgair A et al. (2016). Dietary fats and pharmaceutical lipid excipients increase systemic exposure to orally administered cannabis and cannabis-based medicines. American Journal of Translational Research.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5009397/ -
Huestis MA. (2007). Human cannabinoid pharmacokinetics. Chemistry & Biodiversity.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17712819/ -
Birnbaum AK et al. (2019). Food effect on pharmacokinetics of cannabidiol oral capsules. Epilepsia.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30347298/