CBD und Parkinson: Was sagt die Forschung?

25. Juli 2025Marieke van Haaster
5 ways CBD oil can help with Parkinson's - Dutch Natural Healing

CBD (Cannabidiol) stößt bei Menschen, die nach natürlichen Möglichkeiten zur Unterstützung ihres Wohlbefindens suchen, auf zunehmendes Interesse. Ein Bereich, der dabei besondere Aufmerksamkeit erhält, ist der Zusammenhang zwischen CBD und Parkinson.

Forscher haben untersucht, ob CBD und andere Cannabinoide verschiedene mit Parkinson verbundene Beschwerden beeinflussen könnten, darunter Schlafprobleme, Angstzustände, Schmerzen und Veränderungen der Lebensqualität. Die Forschung befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium.

Kann CBD bei Parkinson helfen? Und was sagen die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse tatsächlich?

In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf CBD, das Endocannabinoid-System und die aktuelle Forschung zu CBD bei Parkinson.

Was ist die Parkinson-Krankheit?

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt.

Sie entsteht, wenn Nervenzellen in einem Bereich des Gehirns, der an der Steuerung von Bewegungen beteiligt ist, geschädigt werden oder absterben. Diese Nervenzellen produzieren normalerweise Dopamin – einen wichtigen Botenstoff, der unter anderem an der Bewegungssteuerung beteiligt ist.

Wenn der Dopaminspiegel sinkt, können die charakteristischen Symptome von Parkinson entstehen.

Zu den häufigsten motorischen Symptomen gehören:

  • Zittern (Tremor)

  • Muskelsteifheit

  • Verlangsamte Bewegungen

  • Probleme mit Gleichgewicht und Koordination

Parkinson kann außerdem nicht-motorische Symptome verursachen. Dazu gehören unter anderem Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Müdigkeit, Schmerzen und kognitive Veränderungen.

Derzeit gibt es keine Heilung für Parkinson. Bestehende Behandlungen konzentrieren sich daher hauptsächlich darauf, die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Dies hat zu einem wachsenden wissenschaftlichen Interesse an ergänzenden Ansätzen geführt, darunter auch Cannabinoide wie CBD.

Was ist CBD?

Cannabidiol (CBD) ist eines der natürlich vorkommenden Cannabinoide der Hanfpflanze (Cannabis sativa).

Im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol) verursacht CBD nicht das berauschende „High“, das normalerweise mit Cannabis in Verbindung gebracht wird.

CBD interagiert mit verschiedenen biologischen Systemen im Körper, darunter auch mit dem Endocannabinoid-System (ECS).

Das ECS ist an der Regulierung zahlreicher Prozesse beteiligt, darunter Stimmung, Schlaf, Appetit, Schmerzwahrnehmung und Bewegung. Aufgrund dieser Funktionen untersuchen Wissenschaftler, ob Cannabinoide bei neurologischen Erkrankungen von Bedeutung sein könnten.

Dabei muss jedoch eine wichtige Unterscheidung gemacht werden:

Biologische Mechanismen und vielversprechende Laborergebnisse bedeuten nicht automatisch, dass CBD eine wirksame Behandlung für Parkinson ist.

Die klinische Forschung am Menschen ist bislang begrenzt.

CBD und Parkinson: Was zeigt die Forschung?

Die Forschung zu CBD bei Parkinson umfasst Laborstudien, Tierstudien, Beobachtungsstudien und eine relativ geringe Anzahl klinischer Studien am Menschen.

Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 kam zu dem Schluss, dass präklinische Untersuchungen zwar vielversprechende Ergebnisse zeigen, die geringe Anzahl klinischer Studien jedoch keine eindeutigen Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit von CBD bei Parkinson zulässt.

Insbesondere klinische Studien zu motorischen Symptomen konnten bislang keine eindeutige Verbesserung der allgemeinen Schwere motorischer Parkinson-Symptome nachweisen.

CBD sollte daher derzeit nicht als Behandlung oder Heilmittel für Parkinson angesehen werden.

Dennoch untersuchen Forscher verschiedene Bereiche, in denen CBD möglicherweise relevant sein könnte.

1. CBD und motorische Symptome bei Parkinson

Zittern, Muskelsteifheit und verlangsamte Bewegungen gehören zu den bekanntesten Symptomen der Parkinson-Krankheit.

Da das Endocannabinoid-System an neurologischen Prozessen beteiligt ist, die mit Bewegung zusammenhängen, wurde untersucht, ob Cannabinoide diese Symptome beeinflussen könnten.

Bislang sind die Ergebnisse jedoch nicht eindeutig.

Vorhandene klinische Studien zu CBD und motorischen Symptomen konnten im Allgemeinen keine bedeutsame Verbesserung der gesamten motorischen Symptomatik bei Parkinson nachweisen.

Dies ist ein wichtiger Unterschied zu einigen frühen Labor- und Tierstudien, die vielversprechendere Ergebnisse zeigten.

Daher gibt es derzeit nicht genügend wissenschaftliche Belege dafür, dass CBD Zittern, Muskelsteifheit oder Bewegungsprobleme bei Parkinson reduziert.

2. CBD, Parkinson und Schlaf

Schlafprobleme treten bei Menschen mit Parkinson häufig auf.

Dazu können gehören:

  • Schwierigkeiten beim Einschlafen

  • Häufiges Aufwachen während der Nacht

  • Übermäßige Schläfrigkeit am Tag

  • REM-Schlaf-Verhaltensstörung (RBD)

CBD wurde hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf den Schlaf und bestimmte mit Parkinson verbundene Schlafstörungen untersucht.

Einige kleinere Studien und Beobachtungsuntersuchungen haben interessante Ergebnisse geliefert. Diese müssen jedoch in größeren und gut kontrollierten klinischen Studien bestätigt werden.

Derzeit ist es daher wissenschaftlich korrekter zu sagen, dass CBD und Schlafprobleme bei Parkinson weiterhin Gegenstand der Forschung sind, anstatt zu behaupten, CBD verbessere nachweislich den Schlaf von Menschen mit Parkinson.

3. CBD und Psychosen bei Parkinson

Einige Menschen mit Parkinson erleben Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder andere psychotische Symptome, insbesondere im weiteren Verlauf der Erkrankung.

Dies ist zu einem interessanten Forschungsgebiet im Zusammenhang mit CBD geworden.

Kleine vorläufige Studien haben CBD bei Menschen mit Parkinson-bedingten psychotischen Symptomen untersucht und Ergebnisse geliefert, die weitere Forschung rechtfertigen.

Daher werden weitere klinische Untersuchungen durchgeführt, um festzustellen, ob CBD möglicherweise eine Rolle bei der Behandlung dieser Symptome spielen könnte.

Solche Untersuchungen sind wichtig, da sie deutlich aussagekräftigere Erkenntnisse liefern könnten als die bisher verfügbaren kleinen Studien.

Bis entsprechende Ergebnisse vorliegen, sollte CBD jedoch nicht als nachgewiesene Behandlung für Parkinson-bedingte Psychosen bezeichnet werden.

4. CBD und Lebensqualität bei Parkinson

Parkinson kann weit mehr als nur die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigen.

Schlafprobleme, Angstzustände, Schmerzen, Müdigkeit und Veränderungen der Selbstständigkeit können das allgemeine Wohlbefinden erheblich beeinflussen.

Einige kleinere klinische Studien haben mögliche Verbesserungen bestimmter Messwerte zur Lebensqualität bei Parkinson-Patienten beobachtet, die CBD erhielten.

Allerdings umfassten diese Studien nur relativ wenige Teilnehmer.

Die Ergebnisse sind interessant, reichen jedoch nicht aus, um daraus zu schließen, dass CBD die Lebensqualität von Menschen mit Parkinson verbessert.

Größere klinische Studien sind erforderlich, um festzustellen, ob sich die beobachteten Effekte zuverlässig reproduzieren lassen.

5. Kann CBD das Fortschreiten von Parkinson verlangsamen?

Dies ist möglicherweise eine der wichtigsten – und zugleich am häufigsten missverstandenen – Fragen rund um CBD und Parkinson.

Labor- und Tierstudien haben die antioxidativen, entzündungshemmenden und potenziell neuroprotektiven Eigenschaften von CBD untersucht.

Diese Mechanismen haben Forscher dazu veranlasst zu untersuchen, ob CBD Nervenzellen möglicherweise vor bestimmten Arten von Schäden schützen könnte.

Einige präklinische Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse.

Es besteht jedoch ein erheblicher Unterschied zwischen dem Nachweis eines neuroprotektiven Effekts in Zellen oder Tiermodellen und dem Nachweis, dass CBD das Fortschreiten von Parkinson beim Menschen tatsächlich verlangsamt.

Derzeit gibt es keine überzeugenden klinischen Belege dafür, dass CBD das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit verlangsamen, stoppen oder umkehren kann.

Dies bleibt ein wichtiges Gebiet für zukünftige Forschung.

Hilft CBD bei Parkinson?

Auf Grundlage der derzeit verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es darauf keine einfache Ja-oder-Nein-Antwort.

CBD besitzt verschiedene biologische Eigenschaften, die es aus wissenschaftlicher Sicht interessant machen, und erste Forschungsergebnisse haben Bereiche identifiziert, die weitere Untersuchungen rechtfertigen.

Die klinische Evidenz ist jedoch weiterhin begrenzt.

Die Parkinson’s Foundation weist darauf hin, dass derzeit keine schlüssigen wissenschaftlichen Belege dafür vorliegen, dass Cannabis oder Cannabinoide die Parkinson-Krankheit selbst verbessern. Die möglichen Auswirkungen auf einzelne Symptome werden weiterhin untersucht.

CBD sollte daher etablierte Parkinson-Behandlungen oder verschriebene Medikamente nicht ersetzen.

Ist CBD-Öl für Menschen mit Parkinson sicher?

CBD wird häufig als nicht berauschend beschrieben. Das bedeutet jedoch nicht, dass es völlig frei von möglichen Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen ist.

Mögliche Nebenwirkungen können sein:

  • Schläfrigkeit oder Müdigkeit

  • Schwindel

  • Veränderungen des Appetits

  • Magen-Darm-Beschwerden

  • Wechselwirkungen mit Medikamenten

Dies ist für Menschen mit Parkinson besonders relevant, da sie häufig mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen.

CBD kann beeinflussen, wie bestimmte Arzneimittel im Körper verstoffwechselt werden. Menschen mit Parkinson, die CBD verwenden möchten, sollten dies daher zunächst mit ihrem Arzt, Neurologen oder Apotheker besprechen.

Verschriebene Parkinson-Medikamente sollten nicht ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt, verändert oder durch CBD ersetzt werden.

CBD vs. THC bei Parkinson

CBD und THC sind beides Cannabinoide, haben jedoch sehr unterschiedliche Wirkungen.

CBD ist nicht berauschend und verursacht normalerweise kein High.

THC hingegen ist psychoaktiv und kann Wahrnehmung, Koordination, Gedächtnis und kognitive Fähigkeiten beeinflussen.

Diese Unterschiede sind bei Parkinson besonders relevant, da Beschwerden wie Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Halluzinationen und kognitive Beeinträchtigungen bereits auftreten können.

Aus diesem Grund sollten Forschungsergebnisse zu reinem CBD nicht automatisch als Beleg für Cannabis oder THC-haltige Produkte verwendet werden – und umgekehrt.

Die Zukunft der Forschung zu CBD und Parkinson

Das wissenschaftliche Interesse an CBD und Parkinson nimmt weiter zu.

Forscher interessieren sich insbesondere dafür, ob CBD bestimmte nicht-motorische Symptome beeinflussen könnte und ob die in Laborstudien beobachteten Mechanismen beim Menschen tatsächlich zu relevanten Effekten führen.

Zukünftige Forschung muss unter anderem klären:

  • Welche Parkinson-Symptome – wenn überhaupt – auf CBD reagieren

  • Welche Dosierungen erforderlich wären

  • Wie lange mögliche Effekte anhalten

  • Welche Patienten möglicherweise profitieren könnten

  • Welche Wechselwirkungen mit Parkinson-Medikamenten auftreten können

  • Wie sicher die langfristige Einnahme von CBD ist

  • Ob CBD beim Menschen tatsächlich neuroprotektive Eigenschaften besitzt

Größere randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studien werden dabei besonders wichtig sein.

Wissenschaftliche Forschung & Quellen

Die Forschung zu CBD und Parkinson entwickelt sich kontinuierlich weiter. Die folgenden wissenschaftlichen Publikationen und Organisationen bieten weiterführende Informationen zu den in diesem Artikel behandelten Studien und Erkenntnissen.

  1. Crippa, J. A. S., et al. (2009). Cannabidiol for the treatment of psychosis in Parkinson's disease. Journal of Psychopharmacology, 23(8), 979–983.
    Eine kleine explorative Studie zur Anwendung von CBD bei Parkinson-Patienten mit psychotischen Symptomen.
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18801821/

  2. Chagas, M. H. N., et al. (2014). Effects of cannabidiol in the treatment of patients with Parkinson's disease: An exploratory double-blind trial. Journal of Psychopharmacology, 28(11), 1088–1098.
    Eine placebokontrollierte klinische Studie, in der CBD hinsichtlich motorischer Symptome, allgemeiner Beschwerden und Lebensqualität bei Menschen mit Parkinson untersucht wurde.
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25237116/

  3. de Faria, S. M., et al. (2020). Effects of acute cannabidiol administration on anxiety and tremors induced by a simulated public speaking test in patients with Parkinson's disease. Journal of Psychopharmacology, 34(2), 189–196.
    Eine klinische Studie zur akuten Wirkung von CBD auf Angst und Tremor bei Menschen mit Parkinson während einer simulierten Stresssituation.
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31909680/

  4. Peres, F. F., et al. (2018). Cannabidiol as a promising strategy to treat and prevent movement disorders? Frontiers in Pharmacology, 9, 482.
    Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit zu möglichen Mechanismen und zur Evidenz rund um CBD und Bewegungsstörungen, einschließlich Parkinson.
    https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5958190/

  5. Giuliano, C., et al. (2021). Neuroprotective and symptomatic effects of cannabidiol in an animal model of Parkinson's disease. International Journal of Molecular Sciences, 22(16), 8920.
    Präklinische Forschung zu möglichen neuroprotektiven und symptomatischen Wirkungen von CBD in einem experimentellen Parkinson-Modell. Ergebnisse aus Tierstudien können nicht automatisch auf Menschen übertragen werden.
    https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8395391/

  6. Parkinson’s Foundation – Medical Cannabis and Parkinson’s Disease.
    Ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand sowie mögliche Risiken und Einschränkungen von Cannabis und Cannabinoiden bei Menschen mit Parkinson.
    https://www.parkinson.org/living-with-parkinsons/treatment/medical-marijuana

Was sagt die aktuelle Studienlage?

Zusammenfassend zeigt die derzeitige Forschung, dass CBD im Zusammenhang mit Parkinson wissenschaftlich interessant ist, die verfügbare Evidenz beim Menschen jedoch weiterhin begrenzt ist. Kleine klinische Studien haben unter anderem Lebensqualität, Angstzustände und psychotische Symptome untersucht, während präklinische Forschung mögliche neuroprotektive Mechanismen erforscht hat.

Diese Ergebnisse belegen jedoch nicht, dass CBD eine Behandlung für Parkinson darstellt. Ebenso gibt es derzeit keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass CBD das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder stoppen kann. Größere und längerfristige klinische Studien sind erforderlich.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar.

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