CBG-Öl erklärt: Wodurch sich Cannabigerol von CBD unterscheidet

9. Juli 2026Marieke van Haaster
CBG Oil effects: discover how Cannabigerol works in the body - Dutch Natural Healing

CBD und CBG klingen fast identisch und unterscheiden sich scheinbar nur durch einen Buchstaben. Tatsächlich besitzt Cannabigerol jedoch seine ganz eigene Rolle innerhalb der Hanfpflanze. Es stammt aus derselben Quelle und gilt ebenfalls als nicht berauschend, interagiert jedoch auf andere Weise mit dem Körper als CBD. Doch was genau ist CBG und warum lohnt es sich, diesen Cannabinoid genauer kennenzulernen?

Was ist Cannabigerol (CBG)?

Cannabigerol ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus Hanf – und dabei ein besonders wichtiges. CBG wird häufig als „Mutter-Cannabinoid“ bezeichnet, da es die Vorstufe ist, aus der sich während der Reifung der Pflanze sowohl CBD als auch THC entwickeln. Anders ausgedrückt: Jedes CBD- und THC-Molekül beginnt zunächst als CBG, bevor es von der Pflanze weiter umgewandelt wird.

Das erklärt auch, warum CBG vor allem in jungen, früh geernteten Hanfpflanzen in höheren Mengen vorkommt. Bis eine Pflanze vollständig ausgereift und erntereif ist, wurde der Großteil des CBG bereits in CBD oder THC umgewandelt. Deshalb enthalten die meisten CBD-Produkte nur geringe Mengen CBG – zusammen mit vielen weiteren Pflanzenstoffen, die gemeinsam zum sogenannten Entourage-Effekt beitragen.

Wie CBG mit dem Körper interagiert

Sowohl CBD als auch CBG beeinflussen das Endocannabinoid-System, nutzen dabei jedoch teilweise unterschiedliche Mechanismen. CBD ist dafür bekannt, die körpereigenen beruhigenden Stoffe wie Anandamid zu unterstützen, indem es deren Abbau verlangsamt. CBG scheint hingegen teilweise andere Signalwege zu nutzen.

Frühe Laborstudien deuten darauf hin, dass CBG den GABA-Spiegel unterstützen könnte. GABA ist ein körpereigener Botenstoff, der überaktive Nervensignale im Gehirn reguliert. Da GABA an der Kontrolle von Muskelspannung, Stimmung und Stressreaktionen beteiligt ist, zählt dies zu den Gründen, weshalb Forschende das entspannende Potenzial von CBG untersuchen. Darüber hinaus zeigte sich in frühen Studien, dass CBG mit dem alpha-2-adrenergen Rezeptor – einem Bestandteil des körpereigenen Stresssystems – sowie mit CB1-, CB2- und verschiedenen TRP-Kanälen interagiert, die unter anderem an Wahrnehmung und Entzündungsprozessen beteiligt sind.

Entspannung mit körperlichem Ausgangspunkt

Aufgrund dieser Verbindung zu GABA wird die beruhigende Wirkung von CBG häufig als körperlich beginnend beschrieben. Zunächst könnten Muskelverspannungen und eine allgemeine Überaktivität der Nerven nachlassen, bevor sich ein umfassenderes Gefühl der Entspannung einstellt. Forschende untersuchen außerdem, wie CBG die körpereigene Stressreaktion beeinflussen könnte. Die sogenannte „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion wird unter Belastung aktiviert, kann jedoch manchmal stärker oder länger anhalten als notwendig und so zu anhaltendem Stress beitragen. Dieses Forschungsgebiet ist vielversprechend, befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium.

Was wird sonst noch über CBG erforscht?

Das wissenschaftliche Interesse an CBG ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Forschende untersuchen zahlreiche mögliche Einsatzgebiete. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die meisten Erkenntnisse bislang aus Labor- und Tierstudien stammen und nicht aus umfangreichen Studien am Menschen. Es handelt sich also um vielversprechende Hinweise, nicht um gesicherte Schlussfolgerungen.

Entzündungen und Darmgesundheit

Ein Schwerpunkt der bisherigen Forschung liegt auf den entzündungshemmenden Eigenschaften von CBG. Dazu gehören frühe Studien, die untersuchen, wie sich CBG in Modellen entzündlicher Darmerkrankungen verhält. Dadurch ist CBG für Forschende interessant geworden, die sich mit entzündlichen Prozessen im Darm beschäftigen. Die bisherigen Erkenntnisse beschränken sich jedoch auf Labor- und Tierstudien.

Haut, Alterung und Neuroprotektion

Auch hinsichtlich der Hautgesundheit stößt CBG auf wachsendes Interesse. Erste Untersuchungen legen nahe, dass CBG die übermäßige Zellneubildung regulieren könnte – ein Prozess, der unter anderem bei Psoriasis, Ekzemen und der allgemeinen Hautalterung eine Rolle spielt. Darüber hinaus beschäftigen sich einige Laborstudien mit den neuroprotektiven Eigenschaften von CBG, darunter erste Tiermodelle zu neurodegenerativen Erkrankungen. Diese Ergebnisse sind wissenschaftlich interessant, erlauben derzeit jedoch keine Aussagen über die Wirkung beim Menschen.

Antibakterielle Forschung

Zu den überraschendsten Erkenntnissen gehört, dass CBG in Laborstudien eine bemerkenswerte Aktivität gegen bestimmte Bakterien zeigte, darunter auch Stämme, die gegenüber herkömmlichen Antibiotika schwer behandelbar sind. Deshalb gilt CBG inzwischen als interessanter Kandidat für die antibakterielle Forschung – ein Bereich, der sich weiterhin entwickelt.

Ein wichtiger Hinweis

Nahezu alle genannten Forschungsergebnisse stammen aus Zellkultur- oder Tierstudien und nicht aus Studien am Menschen. Das macht die wissenschaftlichen Erkenntnisse keineswegs weniger spannend, bedeutet jedoch, dass sie nicht als medizinischer Rat oder als Nachweis einer therapeutischen Wirkung verstanden werden dürfen. Sie zeigen vielmehr, dass CBG ein vielversprechendes Forschungsgebiet ist, das weitere Studien am Menschen verdient.

CBG-Öl versus CBD-Öl

Da CBD und CBG über teilweise unterschiedliche Mechanismen wirken, beschreiben viele Anwender ihre Erfahrungen unterschiedlich. CBD wird häufig mit Ruhe und Entspannung in Verbindung gebracht, was unter anderem auf seinen Einfluss auf Anandamid zurückgeführt wird. CBG wird dagegen aufgrund seiner Verbindung zu GABA und dem alpha-2-adrenergen Rezeptor oft mit einem klaren, körperlich spürbaren Gefühl der Gelassenheit assoziiert. Da beide Cannabinoide nicht berauschend sind und aus derselben Pflanze stammen, probieren viele Menschen beide aus, um herauszufinden, welches besser zu ihren individuellen Bedürfnissen passt. Nicht wenige kombinieren sie auch miteinander.

Häufig gestellte Fragen

Ist CBG dasselbe wie CBD?
Nein. Beide sind nicht berauschende Cannabinoide aus Hanf, jedoch ist CBG die Vorstufe, aus der CBD und THC entstehen. Außerdem interagiert CBG teilweise über andere Rezeptoren und Signalwege mit dem Körper.

Warum ist CBG-Öl teurer oder schwerer erhältlich als CBD-Öl?
CBG kommt in reifen Hanfpflanzen nur in geringen Mengen vor, da der größte Teil während des Wachstums in CBD oder THC umgewandelt wird. Dadurch ist die Gewinnung größerer Mengen deutlich aufwendiger.

Kann CBG-Öl bei Angst oder Stress helfen?
Die bisherigen Laborstudien zur Wirkung von CBG auf GABA und stressbezogene Rezeptoren sind vielversprechend. Aussagekräftige Studien am Menschen sind jedoch noch begrenzt, weshalb dies derzeit als interessantes Forschungsgebiet betrachtet werden sollte.

Kann CBG-Öl zusammen mit CBD-Öl verwendet werden?
Im Allgemeinen ja. Viele Menschen verwenden beide Cannabinoide gemeinsam als Teil ihrer täglichen Routine. Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie jedoch vor der Anwendung von Hanfprodukten Ihren Arzt oder Apotheker konsultieren.

Fazit

CBG trägt zwar einen ähnlichen Namen wie CBD und stammt aus derselben Pflanze, ist jedoch ein eigenständiges Cannabinoid mit eigenen Wirkmechanismen und einem stetig wachsenden Forschungsinteresse. Von seiner Rolle als Vorstufe anderer bekannter Cannabinoide bis hin zu seiner Interaktion mit GABA und dem körpereigenen Stresssystem entwickelt sich CBG zu einem der spannendsten Inhaltsstoffe der Hanfpflanze. Gleichzeitig gilt: Besonders die Forschung zu Entzündungen, Hautgesundheit und antibakteriellen Eigenschaften befindet sich noch auf dem Weg von vielversprechenden Laborergebnissen hin zu aussagekräftigen Studien am Menschen.


Quellen

  1. Cannabigerol (CBG): A Comprehensive Review of Its Molecular Mechanisms and Therapeutic Potential. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39598860/
  2. The Pharmacological Case for Cannabigerol. The Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics: https://jpet.aspetjournals.org/article/S0022-3565(24)25743-8/fulltext
  3. Cannabigerol Action at Cannabinoid CB1 and CB2 Receptors and at CB1-CB2 Heteroreceptor Complexes. Available via PMC: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6021502/

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