Eine Verpackung, die mehr erzählt, als man denkt

12. August 2026Sem van den Berg
A box that says more than you'd think

Gestern stand ich in unserem Lager und sah, wie jemand aus dem Team eine Bestellung verpackte. Keine Plastik-Luftpolsterfolie, kein glänzendes Klebeband, kein Styropor, das noch hundert Jahre auf einer Mülldeponie liegen würde, bis es endlich verschwindet. Ich sah einen Karton und eine Handvoll mintgrüner Verpackungschips, die um das Produkt herum gestreut wurden, bereit, jeden letzten Zentimeter Platz zu füllen. Ein kleiner Moment. Ich blieb kurz stehen und sah zu.

Denn so eine Verpackung wirkt eigentlich unspektakulär. Es ist keine Filmszene, keine Pressemitteilung, kein Slogan auf einem Plakat. Es ist einfach... Verpackung. Aber in diesem einen Karton steckt eigentlich alles, wofür wir als Unternehmen stehen.

Was genau in so einem Paket steckt

Lassen Sie es mich konkret machen, denn "nachhaltig verpacken" ist ein Begriff, den man leicht in den Mund nimmt und der sich viel schwerer wirklich umsetzen lässt.

Zunächst unsere Versandumschläge. Papier, mit einer Strukturschicht, die sich wie Luftpolsterfolie anfühlt, es aber nicht ist, kein Gramm Plastik an Bord. Darum herum die Symbole, die wir nicht einfach so aufkleben: FSC-zertifiziertes Papier, recycelbar, mit Blick auf die Herkunft produziert. Ein kleines Detail, aber uns war wichtig, dass man schon von außen sieht, wofür das Paket steht, noch bevor man es überhaupt geöffnet hat.

Für größere Sendungen, etwa unsere Großlieferungen an Partner, verwenden wir außerdem Wabenkarton als Füllmaterial. Und den kaufen wir nicht einmal ein, Kartons, die bei uns ankommen, schreddern wir selbst zu diesem Rautenmuster. Karton, der auf dem Weg nach draußen noch etwas von der Reise zurückbekommt, die er bereits hinter sich hat, bevor er weiterzieht. Es ist fast ein bisschen magisch zu beobachten: ein Stapel alter Kartons wandert durch den Schredder, und heraus kommt ein flexibles, federndes Polster, das Stöße genauso abfängt wie Luftpolsterfolie, nur eben vollständig kompostierbar und ohne dass auch nur ein Gramm neues Material dafür nötig war.

In den Paketen, die bei Ihnen als Kunde vor der Tür landen, steckt jedoch vor allem der andere Teil unserer Verpackungsphilosophie: die Chips. Diese zierlichen mintgrünen Dinger, die man vielleicht schon einmal zwischen den Fingern hat zerbröseln sehen, die bestehen aus Stärke. Keine Mikroplastik, keine jahrhundertelangen Folgen. Sie tun genau das, was auch Styropor tun würde: Platz füllen, Produkt schützen, nicht mehr und nicht weniger. Nur verschwinden sie tatsächlich wieder aus der Welt, sobald sie ihre Aufgabe erfüllt haben.

Die letzte Schicht, das Klebeband und die Aufkleber darauf, haben wir selbst entworfen. Nicht von der Stange gekauft, sondern bewusst durchdacht: Welcher Text, welche Symbole, welcher Ton passt zu einem Paket, das von uns kommt? Dieses "Fragile"-Muster, das wie eine sanfte Welle über den Karton läuft, ist kein Zufall. Es ist dieselbe Sorgfalt, die wir in unsere Produkte stecken, nur eben auf der Außenseite.

Warum wir es uns manchmal selbst schwer machen

Ehrlich gesagt: Es wäre einfacher, einfach Plastik zu verwenden. Auch günstiger, schneller, weniger Aufwand mit Lieferanten, die sich erst noch an biologisch abbaubare Materialien gewöhnen müssen. Es gab in diesem Jahr Momente, in denen wir an praktische Grenzen stießen, Chips, die nicht rechtzeitig geliefert wurden, Karton, der sich als etwas weniger stabil erwies als erhofft, Klebeband, das bei Feuchtigkeit doch nicht hielt, Designs, die wir dreimal neu drucken lassen mussten, bis die Farbe genau stimmte. Jedes Mal wieder die Frage: Gehen wir zurück zum einfachen Weg, oder suchen wir weiter?

Wir haben uns immer wieder dafür entschieden, weiterzusuchen. Nicht, weil es sich gut vermarkten lässt, auch wenn uns durchaus bewusst ist, dass "nachhaltig" gut klingt, sondern weil es sich einfach logisch anfühlt. Wir verkaufen Produkte, die eng mit der Natur verbunden sind. Es würde sich seltsam anfühlen, wenn die Verpackung drumherum dem genau entgegenwirken würde.

Kleiner Anfang, größeres Bild

Die Hanfpflanze selbst lehrt einen das eigentlich schon: Sie wächst nicht, indem sie sich aufdrängt, sondern indem sie sich an das anpasst, was gebraucht wird. Wasser sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstands, erreicht am Ende aber trotzdem das Meer. So fühlt es sich manchmal auch hier an. Jeder Papierumschlag, jedes Blatt Wabenkarton, jeder Stärkechip ist für sich genommen eine kleine Geste. Aber zusammengenommen, verschickt an Tausende von Adressen, wird daraus etwas, das größer ist als die Summe seiner Teile.

Wir hören das auch von Ihnen zurück. Menschen, die uns schreiben, weil sie es schätzen, dass nach dem Öffnen ihres Pakets kein Berg Plastik im Müll landet. Menschen, die die Chips extra in eine Schüssel Wasser legen, um zu sehen, ob das Versprechen wirklich stimmt (es stimmt). Solche Reaktionen berühren uns mehr als eine gute Umsatzzahl, so seltsam das aus dem Mund eines Unternehmens auch klingen mag.

Auch das, was nicht ins Schema passt, gehört dazu: Den Wabenkarton reservieren wir bewusst für die größeren Sendungen, bei denen er wirklich gebraucht wird, statt ihn überall standardmäßig einzusetzen. Weniger Material einzusetzen, als möglich wäre, wo es geht, das gehört genauso zu nachhaltigem Denken wie die Wahl des richtigen Materials selbst.

Wohin wir wollen

Wir sind noch nicht am Ziel. Es gibt noch Schritte zu gehen, in unserer eigenen Kette, bei unseren Lieferanten, in der Art, wie wir transportieren. Aber wir glauben nicht an Perfektion als Voraussetzung, um anzufangen. Wir glauben daran, den nächsten Schritt zu machen, auch wenn er klein ist, auch wenn er manchmal teurer oder langsamer ausfällt, auch wenn das bedeutet, dass wir unser eigenes Klebeband-Design zum dritten Mal an die Druckerei zurückschicken, weil es einfach noch nicht ganz stimmt.

Wenn also das nächste Mal ein Umschlag von uns vor Ihrer Tür liegt: Schauen Sie genau hin. Der Karton, das Etikett, das Klebeband mit diesem Wellenmuster, all das ist kein Zufall. Es ist eine Entscheidung. Eine, die wir jeden Tag aufs Neue treffen, einfach weil es sich richtig anfühlt.

Mit Dank fürs Mitdenken, Mitfühlen und Mitwachsen, Das DNH-Team

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